Permalink

2

Wiener Wohnsinnige Homestory Mai 2015

Für meine Wiener Wohnsinnige Homestory Mai 2015 hab ich Regina und ihre Familie, die aus ihrem Mann Florian und dem kleinen Levi besteht,  zu Hause im 2. Bezirk besucht. Die Drei wohnen hier seit 2,5 Jahren auf 114 qm Wohnfläche in einem schönen und sehr hellen Altbau. Regina ist ein richtiger Einrichtungsprofi, eine Frau von Fach, eine Architektin, eine Möbel- und Lichtobjektdesignerin. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich ein wenig aufgeregt war, als ich mich auf den Weg zu ihr machte. Man besucht ja nicht täglich das Zuhause einer Architektin!

Bei einem leckeren Kaffee haben wir es uns in der stylishen Küche gemütlich gemacht und total entspannt und ungezwungen geplaudert, so als ob wir uns schon ewig kennen würden. Regina wusste schon als kleines Mädchen, dass sie mal Architektin werden will. Nach dem Studium begann sie als Architektin für große Strukturen und Fassaden zu arbeiten, dabei verschlug es sie auch für längere Zeit ins Ausland. Nach der Geburt ihres Sohnes Levi und zurück in Wien hat Regina den Maßstabs – Sprung ins ganz Kleine gewagt und begann Möbel und Lichtobjekte zu entwickeln, die sie adaptiert und in einem neuen Kontext verwendet.

Ihr Designlabel Reblau gibt es nun seit Herbst 2014. Bei Reblau gibt es eigens entworfene Möbel und sehr stylishe Lampen. Dass Regina großen Wert auf Form und Funktionalität legt, sieht man zum Beispiel bei ihren Lichtobjekten, den Micro-Bulb Lampen.  Diese basieren auf einem Mikrofonstativ, dem sie einen Kontextwechsel von einer Rockbühne in Richtung Wohnzimmer verpasst hat. So wird das Mikrofon durch eine Glühbirne ersetzt und der Popschutz wird zu einem Blendenschutz. Ich war begeistert, wie unterschiedlich ihre Lampen in den jeweligen Räumen wirken und freu mich nun sehr, euch auf eine Wiener Wohnsinnige Hometour duch eine Architektenwohnung mitnehmen zu dürfen.
reblau design - regina blauensteiner - wienerwohnsinn - wienerwohnsinnige homestory mai 2015
1) Liebe Regina, vielen Dank, dass wir bei dir zu Besuch sein dürfen!  Wie lange wohnt ihr denn schon in dieser Wohnung und warum wurde es denn genau diese und keine andere?

Wir wohnen hier seit 2,5 jahren, als ich schwanger war haben wir begonnen nach einer geeigneten Wohnung für Drei zu suchen. Wir wussten, wir würden mit Kind viel mehr zu Hause sein und wollten dementsprechend eine große schöne Wohnung mit viel Grün in der Umgebung.
Diese Wohnung ist ideal für uns, weil sie sehr schön renoviert ist, lichtdurchflutet und gleich bei der U-Bahn und eben auch beim grünen Prater liegt.
reblau design - regina blauensteiner - wienerwohnsinn - wienerwohnsinnige homestory mai 2015
micro bulb regina blauensteiner  - reblau design by wiener wohnsinn
2) Wie würdest du jemanden deinem Wohnstil beschreiben, der dich danach fragt?

Schlicht, einfach, ein Mix aus Altem und Modernem – typisch Architekt :) Außerdem  etwas spartanisch – da es uns regelmäßig ins Ausland zieht, wollen wir nicht zu sesshaft werden.
reblau design - regina blauensteiner - wienerwohnsinn - wienerwohnsinnige homestory mai 2015 reblau design - regina blauensteiner - wienerwohnsinn - wienerwohnsinnige homestory mai 2015
3) Als Architektin zeichnet man ja eigentlich Pläne, oder? Wie ist es dazu gekommen, dass du nun Lampen designst?

Ja das Pläne zeichnen ist das Werkzeug, davor stehen Idee, Konzept und Entwurf und viele viele Rahmenbedingungen. Als Architekt sucht und findet man die ideale Lösung für einen bestimmten Ort und eine bestimmte Anforderung – die man dann entsprechend umsetzt – das Prozedere ist das gleiche bei einer Schule, wie bei einem Baumhaus.  Das ist bei einem Gebäude halt viel komplexer und langwieriger als bei einer Lampe, im Grunde ist aber die Herangehensweise die selbe. Und warum ich das gemacht habe…

Ja, das ist eine etwas längere Geschichte. Ich habe seit dem Studium leidenschaftlich gerne Möbel und Lampen gebaut. Einige Stücke haben wir ja immer noch in der Wohnung, dann während der letzten 10 Jahre war immer weniger Zeit dafür, weil meine Projekte und die Verantwotung in der Architektur immer größer und spannender wurden. Beim letzten Projekt , dem Departement2 der WU war ich dann auch fast ein Jahr in Los Angeles und hatte sozusagen das Gebäude zu “meinem” Baby gemacht :)
Dass das mit Kind nicht leicht möglich ist, war mir schnell klar, darum habe ich dann einen Masstabssprung ins sehr Kleine gemacht.. Es heisst immer man muss sich entscheiden zwischen Kind und Karriere, so kann ich beides schaffen und bin mit der Entscheidung recht glücklich. Die Lampen verkaufen sich gut, eben habe ich die erste in die USA geschickt!
Die Idee zur Micro Bulb ist übrigens schon damals geboren, als ich mit Austrofred in der Studenten WG gewohnt hatte,  es waren immer soviele Musiker und das dazugehörige Equipment in der Wohnung, dass es irgendwie auf der Hand lag, daraus etwas zu kreieren. Das Mikrofonstativ ist halt die perfekte Basis für eine Stehlampe, Schlicht, superstabil, höhenverstellbar und eben auf alle Situationen anpassbar. Der farbige Blendschutz gibt dem Licht die gewünschte Farbe. (das sieht man gut auf dem Foto mit der roten Lampe, die Türlaibung ist ganz in Rot getüncht.
micro bulb reblau design  - lampendesignerin Regina Blauensteiner
reblau design - regina blauensteiner - wienerwohnsinn - wienerwohnsinnige homestory mai 2015
4) Da du ja quasi vom Fach bist, würde mich interessieren, welche Designs du besonders gern magst, und warum?

Ich mag am liebsten die Designklassiker der Moderne, meine großen Vorbilder sind Charles und Ray Eames, sie waren absolute Vorreiter in gutem Design, das für viele Menschen leistbar sein sollte. Den Lounge Chair und den Eames Plastic kennt man eh, das Case Study House in Los Angeles ist auch ganz fantastisch. ..und war wie alle Case Study Houses als günstige Behausung in Zeiten des Wohnungsmangels konzipiert – nicht als exklusives teures Design – wie es ja heute oft dargestellt wird.
wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0008
wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0013
kinderzimmer - regina blauensteiner - by wiener wohnsinn
5) Was geht beim Einrichten gar nicht? Gibt es irgendwelche No-Go’s ?

Haha, da ist bei uns eher die Frage was geht, als was nicht geht, wir haben beide recht klare Vorstellungen, da scheidet sehr viel im Vorhinein aus.  Absolutes No-Go: Holzimitat, und Möbel die Vintage aussehen aber neu sind. Da kommt bei mir die Architektin zu stark durch. Mein Mann und ich wollen nicht die wohl proportionierten hohen Räume mit Einbauschränken zupflastern. Daher müssen wir uns ständig von alten Dingen trennen. Nach dem Motto, kommt etwas Neues in die Wohnung rein, muss etwas Altes raus. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass man nicht zu viel Zeugs ansammeln kann. Wenn man verreist merkt man schnell, dass man das meiste gar nicht braucht.
wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0010 wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0011 micro bulb junior - reblau design - regina blauensteiner by Wiener Wohnsinn
6) Wenn du deine Möbel nicht selbst designest und aufmöbelst, wo kaufst du sonst gern ein? Gibt es favorisierte Onlineshops oder gehst du lieber in Wien shoppen?

Ich kaufe ehrlich gesagt gerne alte Möbel am Flohmarkt, Neues bei Manufaktum und Magazin online, und in Wien im Das Möbel, weshalb es mich besonders freut und ehrt, dass meine Lampen dort verkauft werden. 

wiener wohnsinnige homestory, kueche , eames chair dsw - by wiener wohnsinn homestory wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0015 wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0024 wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0016
7) Was würdest du denn, wenn du könntest in euer Wohnung verändern wollen? Oder bist du zufrieden, so wie es ist?

Würden wir die Wohnung besitzen, würden wir zwei  Dinge ändern:  eine große Terrasse vor der Küche anbauen und das Bad neu gestalten.  Ich hätte zum Beispiel gern eine stufenlose, offene Dusche mit einem Wandablauf von Geberit, dessen Funktionalität und Qualität mich sehr anspricht.
wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0002
8) Hast du auch noch ein paar Wien – Restaurant oder Ausgeh-Tipps für uns? Wo muss man in Wien unbedingt mal hin, wenn man die Stadt besucht?

Hier im 2. Bezirk muss man unbedingt ins Fluc, das ja nach dem Umbau des Pratersterns “temporär” zwischen Wurstelprater und Bahnhof übersiedelt wurde. Es wurde mit minimalen finanziellen Mitteln quasi selbst gebaut. Vieles wurde recycelt, was zur Verfügung gestellt wurde, hat man verwendet. Ein echt cooles Projekt – immer noch.
Dann als absoluten Gegensatz dazu das LE Loft ganz oben im Hotel Sofitel. Das Gebäude wurde vom französischen Architekten Sean Nouvelle geplant und hat einem Luxushotel entsprechend unzählige feine Details. Bei schönem Wetter hat man das Gefühl mitten im Himmel zu sitzen mit fantastischem Blick über Wien. Die gigantischen Glasflächen schaffen einen genialen Rundumblick. Einen Kaffee in der Mitte des Restaurants kann man tagsüber auch ohne Reservierung genießen.
Und als letzes das Campus am WU Campus ist ein sehr gutes Burger Lokal, das im industrial Style eingerichtet ist. Die Burger sind hervorragend und es gibt eine DJ, viel Spielzeug für die Kinder und einen super Gastgarten.
Regina Blauensteiner Portrait reblau design - by melanie nedelko / wiener wohnsinn
Liebe Regina, danke nochmals für’s Mitnehmen durch euer Zuhause. Eure Wohnung ist eine Bereicherung für meine wohnsinnige Liste und ich bin sehr stolz eine Architektin dabei zu haben.

Ihr Lieben, ich hoffe euch hat diese Homestory genauso gut gefallen wie mir und euch vor allem eins: inspiriert!
Wünsch euch noch einen schönen Sonntag und schick euch liebe Grüße,
Melanie

Bezugsquellen:
Wohnzimmer:
graues Sofa mit gelbem Sitzpolster: Ikea Kramfors ( gibt es leider nur mehr in Leder)
Lampe: Reblau Design ( Mikro Bulb Special Edition)
Teppich: Grüne Erde
Couchtisch: Side Table Bended via Reblau Design
Bücherregal: Grüne Erde
Side Board: Better Face Modern Facade via Reblau Design
Bilder:  Klaus Pichler „Skeletons in the closet“
Kinderzimmer:
Kinderbett: Joka
Ladenelement auf gelbem Sockel: Reblau Design
Teppich: Leiner
Kindertisch rot , Freischwinger, Schaukelelch: Ikea
Schreibtischlampe blau: Micro Bulb Junior via Etsy
Wandschrank: Better Face „In the woods“ , weiß gelaserte Acrylglasfronten via Reblau
Küche:
Anrichte: Alte Bene Büroschränke upgecyclet mit Lederbezug
Lampe über Esstisch: Louis Poulson
Esstisch: Grüne Erde
Eames Plastic Side Chair via Promodo
Wandlampe: Oilcan , Einzelstück von Reblau Deisgn
Schlafzimmer/Büro:
Schreibtisch: Eiermann
Dressessel: Vintage
Bild & Tischlampe : Reblau Design
Teppich: Pappelina
wienerwohnsinnige_homestory_mai_2015_wienerwohnsinn_0022

2 Kommentare

  1. Liebe Melanie,
    bin erst kürzlich auf deinen Blog gestoßen und bin total begeistert. Schaue mir seitdem stundenlang sämliche ältere Posts von dir an und mir gefällt deine Wohnung ausgesprochen gut!
    Auch die aktuelle Wohnstory gibt tolle Einblicke.
    Alles Liebe, Sandra

  2. Eine tolle Wohnung – vielen Dank für’s Teilen!
    Ich habe die tolle Homestory gleichmal in meine Linkliste aufgenommen, die ich jeden Sonntag auf meinem Blog mit meinen Lesern teile.
    Viele Grüße!
    Marni

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: