21. 7. 2020

{home tour} zu Besuch bei Katerina

Der sympathischen, stilbewussten und wortgewandten Dame folge ich bereits seit einiger Zeit auf ihrem Instagram Account not.only.mummy . Katerinas ästhetischen Bildkompositionen haben mich von Anfang an angesprochen und ich bin gekommen um zu bleiben. Auf ihrer Plattform postet sie nicht nur geniale life hacks, sondern zeigt auch regelmäßig Ausschnitte aus ihrem stylishen Haus und dem Alltag mit Kind, Mann & Hund. Hie und da sieht man einen Designklassiker, zwischendurch ein Flatlay und ab und an ein paar Urlaubsimpressionen, die zum Träumen einladen. Aber immer mit einem besonderen Stilgespür. Heute sind wir zu Besuch bei Katerina in meiner neuen Wiener Wohnsinnigen Homestory!

Das Hanghaus auf drei Ebenen und perfekter Aufteilung punktet mit einem traumhaften Ausblick auf die Donau. Sichtbeton zieht sich wie ein roter Faden durch die Räumlichkeiten, die Wände sind klassisch weiß und bieten den erlesenen Kunstwerken eine ideale Bühne. Im Garten, der vom Wohnbereich aus ebenerdig begehbar ist, blühen Hortensien und Lavendel. Die Kräuterbeete duften herrlich und kämpfen mit den Artischoken um den besten Sonnenplatz im Beet.

Gleich ums Eck findet man den Pool, vor dem eine maßgeschneiderte Sonnenliege aus Beton steht. Auch hier ist Katerinas Wohnstil ganz stark spürbar. Mein persönliches Highlight, ist das coole Kinderzimmer mit Kuschelhöhle und dem wohl süßesten Riesenrad, das ich je gesehen hab. Ich freue mich riesig, dass wir heute zu Besuch bei Katerina sind und ein paar Einblicke in ihr apartes Haus werfen dürfen.

zu Besuch bei Katerina
Zu Besuch bei Katerina - Kyan

ein modernes Hanghaus mit viel Design und einem atemberaubenden Ausblick

Liebe Katerina, vielen lieben Dank, dass wir euch in eurem wunderschönen Haus besuchen dürfen. Sag mal, wie lange wohnt ihr denn schon hier, wie groß ist euer Eigenheim und mit wem teilst du dir diese 4-Wände?

Ich wohne mit meinem Mann und unserem vierjährigen Sohn seit 15 Monaten in unserem neuen Haus und es fühlt sich so an, als hätten wir nie woanders gelebt. Wir haben zwei Jahre geplant und ein Jahr gebaut. Sehr lange Zeit, die dann endlich im Frühjahr letzten Jahres vorbei war.

In eurem Haus ist alles so stimmig. Woher habt ihr die Inspirationen genommen , als ihr das Haus gebaut habt und wie schafft man es, seiner Linie treu zu bleiben?

Ich war schon immer sehr an Architektur und Design interessiert, spätestens beim Umzug in dieses Haus meinte mein Mann, ich solle doch bitte meine 20 Jahre alte Magazinsammlung von AD Architectural Digest und all meine anderen Einrichtungsmagazine wegwerfen. Das habe ich natürlich nicht getan, ich blättere immer wieder gerne durch und finde es spannend, wie Trends kommen, gehen und manche einfach bleiben oder nach Jahren anders interpretiert wiederkommen. Es ist aufregend, wie einzelne Epochen von Farben, Materialien oder Formen geprägt sind. Ebenso gerne habe ich Bücher über unterschiedliche Einrichtungsstile, Architektur oder Designs.

Wobei ich/wir sicher eher dem Contemporary Stil verbunden sind. Ich mische zwar gerne Stilrichtungen, aber nur jene, die auch wirklich zusammenpassen. Stilbrüche sind willkommen, aber gewisse Dinge gehen sich einfach nicht aus. Wichtig ist sich seiner Linie treu zu bleiben, man kann nicht alles haben. Und das meine ich nicht nur monetär, sondern stiltechnisch. Die Inspirationen speziell für unser Haus sind sicher über Jahre entstanden, sobald man sich entschlossen hat, etwas zu bauen, beschäftigt man sich intensiv mit den eigenen Wünschen und uns war klar, „wenn man neu baut, muss man neu bauen“, was bedeutet, dass es eine moderne und dennoch zeitlose Architektur sein sollte.

Wohnzimmer, Boden mit Sichbeton, Wiener Wohnsinnige Homestory

Was war die größte Herausforderung beim Hausbau?

Die größte persönliche Herausforderung war definitiv die Ungeduld. Wir sind beide ungeduldig und nach einer langen Planungsphase wollten wir es endlich sehen – unser Haus. Und wie bei jedem Bau sind sicher auch die einzelnen Gewerke eine nervenaufreibende Geschichte. Nicht alles passiert so, wie man es sich im Vornherein vorgestellt hat oder in einem Zeitrahmen, welchen man gesteckt hat. Es gibt immer unvorhersehbare Entwicklungen und immer wieder neue Entscheidungen, die zu treffen sind. Die größte Herausforderung für die Gewerke war sicher auch das Hanggrundstück, eine aussergewöhnliche Architektur – alles ist aus dem Winkel – und ein die Materialien, die verbaut wurden.

Jeder, der vor dem Bau seines Hauses steht, sollte sich vor allem ausreichend Zeit für die Planung nehmen

zu Besuch bei Katerina : Kücheninspiration in Weiß , Home Tour von Wiener Wohnsinn
Helle Küche mit Küchenblock in Weiß © Wiener Wohnsinn

Welche Tipps würdest du jemanden geben, der noch am Anfang der Planung steht? Was hast du selbst für dich aus dem Projekt mitgenommen?

Jeder, der vor dem Bau seines Hauses steht, sollte sich vor allem ausreichend Zeit für die Planung nehmen, um Planungsfehler zu vermeiden, die nicht nur ärgerlich in der späteren Nutzung sondern eventuell auch sehr teuer kommen können. Zudem sollte man sich ganz bewusst, seinen Alltag und seine Abläufe ansehen, um herauszufinden, wie die einzelnen Räume angelegt sein sollen. Vieles schaut in einem Magazin oder bei anderen Menschen toll aus, ist aber weder praktisch noch für den eigenen Lebensalltag sinnvoll. Letztlich ist ein Haus nicht zum Anschauen, sondern zum Leben. Nicht für Gäste, sondern für sich selbst.

Wenn man sich für Design und Designklassiker entscheidet, dann muss man akzeptieren, dass das Haus kein Museum sondern ein Lebensraum ist

Essbereich mit Desigerstühlen Tulip Chairs von Knoll © Wiener Wohnsinn

Würdet ihr alles genauso machen, wenn ihr nächstes Jahr nochmals von vorn beginnen müsstet? Und wenn nein, was würdet ihr anders machen?

Wir wussten schon sehr lange, wie unser Haus architektonisch aussehen und wie die Raumaufteilung sein soll. Wir haben uns sehr intensiv mit der Planung auseinandergesetzt und würden nichts anders machen.

Gibt es einen Lieblingsraum?

Es ist das Haus. Ich habe keinen spezifischen Lieblingsraum, wo wir uns aber am Häufigsten aufhalten ist sicher das oberste Stockwerk, das als ein Raum konzipiert ist und sowohl den Wohn-, Koch- als auch Essbereich beheimatet. Hier kochen, essen, reden, spielen, lachen und wohnen wir.

Zu Besuch bei Katerina mit ihrem Ridgeback Hund Kyan, Wiener Wohnsinnige Homestory
Fornasetti © Wiener Wohnsinn

Woher kommt deine Liebe zu Interieur & Design?

Ich mag einfach schöne Dinge, sowohl Möbel als auch Kunst. Für mich ist Design nichts anderes als eine künstlerische Auseinandersetzung mit Materialien und Formen. Und wenn dabei was Besonderes entsteht, dann wird es zu einem Klassiker.

Wo bestellst du am liebsten Möbel & Deko?

Möbel bestellen wir nicht. Einzelne Objekte haben sich im Laufe der Zeit angesammelt, egal ob neu gekauft oder in einem Vintageladen gefunden. Was ich immer wieder neu kaufe, sind Dekoteile: Pölster, Vasen, Kerzen …. Ein Teil wird von Urlauben mitgenommen. Zum Beispiel hege ich eine große Liebe für Missoni und Fornasetti und bei jedem Aufenthalt in Italien, wird etwas gefunden und ergänzt das Bestehende. Sonst bin ich gerne auch bei Connox, Westwing und anderen Shops online unterwegs, oder finde einfach etwas im Vorbeigehen im Schaufenster eines Einrichtungsgeschäftes.

Gibt es in Wien lokale Shops, die du gern besuchst?

Ich habe keine speziellen Geschäfte, viel mehr passiert es wirklich zufällig, weil ich immer offen durch die Strassen laufe und mir immer wieder etwas ins Auge fällt. Ich suche auch nicht nach bestimmten Dingen, die ich unbedingt haben muss, sondern finde etwas, das ein Begehren auslöst.

Außenbereich mit Sichtbeton und Pool © Wiener Wohnsinn
Outdoorküche - Inspiration, Tisch aus Beton, Sessel Panton von Vitra

Für mich ist Design nichts anderes als eine künstlerische Auseinandersetzung mit Materialien und Formen. Und wenn dabei was Besonderes entsteht, dann wird es zu einem Klassiker.

Bei euch tummeln sich jede Menge Designklassiker. Was ist dein liebstes Stück und wieso?

Schwer zu beantworten, ich kann mich nicht für einen Designklassiker entscheiden, ich mag jedes Stück aus einem anderen Grund und alle sind bewusst ausgewählt und haben eine Geschichte.

Bleiben wir noch bei Design. Wie funktioniert das im Alltag mit Kind und Hund?

Wenn man sich für Design und Designklassiker entscheidet, dann muss man akzeptieren, dass das Haus kein Museum sondern ein Lebensraum ist. Alles wird benutzt und alles darf angefasst werden. Es geht nur um einen bewussten Umgang damit. Unser Kind wächst mit all dem auf, und wir haben immer darauf geachtet, dass er ein Gefühl für diese Dinge bekommt, dass er versteht, was es ist und wozu es da ist. Ein klassischer Montessori Ansatz: Die Dinge wurden für einen Zweck konzipiert und dafür sind sie da. Also wenn es ein Designsessel ist, dann wird auf ihm gesessen und nichts anderes gemacht. Nur bei unserem La Chaise von Vitra ist dieses Prinzip nicht aufgegangen, die fliesenden Formen bieten sich perfekt als Rutsche an. Da müssen wir immer schmunzeln, und versuchen uns einzureden, dass Charles und Ray Eames es für diesen Zweck konzipiert haben

Bertoia Small Diamond Chair , Home Tour © Wiener Wohnsinn , zu Besuch bei Katerina
Designerlampe , Zu Besuch bei Katerina

Das Zimmer eures Sohnes ist ein Traum! Ein richtiger Eyecatcher ist die maßgeschneiderte Betthöhle – ein wahrer Kindertraum. Erzähl mal ein wenig vom Entstehungsprozess dieses Raumes.

Ich wollte ein Kinderzimmer, das ganz viele Dinge gleichzeitig erfüllt. Es sollte für mehrere Jahre passen und sowohl einem Vierjährigen als auch einem Vierzehnjährigen gefallen. Es sollte praktisch sein und viel Stauraum auf wenig Platz bieten. Und es sollte auf jeden Fall etwas Aussergewöhnliches sein. Dass es eine Art Stockbett wird, war von vornherein klar, das wünscht sich jedes Kind und zudem bietet es eine optimale Raumausnutzung. Dann habe ich eine Idee gehabt, und diese wurde vom Tischler umgesetzt. Das Bett hat zwei Schlafmöglichkeiten, Regale und Stauraum im Kopfteil als auch unter der Treppe. Es ist perfekt geworden und ich würde es nicht anders haben wollen.

Kinderzimmertraum mit maßgeschneiderte Bett © Wiener Wohnsinn
zu Besuch bei Katerina  - Kinderzimmer Bücherregal
zu Besuch bei Katerina  - Tonies Riesenrad

Was sollte man in Wien kennen und wo gibt es das beste Essen?

Essen ist sehr subjektiv, und für den einen ist die Bratwurst das beste Essen, für den anderen die Austern. Es gibt in Wien eine Vielzahl an ausgezeichneten Restaurants, und einige Klassiker sollte man „gekostet“ haben.

Gästebad Waschtisch Asymmetrisch , Wiener Wohnsinnige Homestory - zu Besuch bei Katerina

Na, hab ich euch zuviel versprochen? Dieses moderne Haus ist eine Quelle an Inspiration und der beste Beweis, dass Beton alles andere als kühl und trist ist.

Ich freue mich sehr, dass ihr heute mit mir gemeinsam zu Besuch bei Katerina seid . Kaffee gibt es aber leider nur für mich.

Alle meine Wiener Wohnsinnige Homestories findet ihr hier gesammelt auf einem Blick.

Wiener Wohnsinnige Homestory - zu Besuch bei Katerina

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[…] Table. Den Tulpenstuhl gibt es mit und ohne Armlehne und verschieden farbigen Sitzpolstern. In der Homestory von Katerina könnt ihr sehen, wie wunderschön der Tulip Chair als Gruppe im Esszimmer […]

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